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DER 13. MANN: Buchpremiere mit Michael Tsokos und Florian Schwiecker



Am Sonntag traf ich im TIPI am Kanzleramt Michael Tsokos und Florian Schwiecker, die gemeinsam bei einer Buchpremiere ihr neuestes Buch vorstellten: DER 13. MANN. Das Genre Justiz-Krimi liegt beiden am Herzen, erzählen sie vor ausverkauftem Haus und interessiertem Publikum. Dass DER 13. MANN schon der zweite Band der beiden ist, ist kein Wunder, denn DIE 7. ZEUGIN, der erste Fall von Anwalt Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer, war durchaus sehr erfolgreich. DER 13. MANN ist bereits im Knaur-Verlag erschienen und überall erhältlich.


Auch wenn der Name Rocco Eberhardt etwas ungewöhnlich klingt, hat Michael Tsokos eine Erklärung für die Namensfindung. Ein Flugkapitän auf einem seiner Flüge stellte sich einmal über das Bordmikrofon als Rocco Eberhardt vor und er versprach sich selber diesen Namen einmal zu verwenden. Nun begleiten wir den Anwalt Rocco Eberhardt nun schon bei seinem zweiten Fall und wieder will das Buch aus den Erlebnissen und Erfahrungen der beiden Autoren schöpfen. Im zweiten Fall wird Rechtsmediziner Justus Jarmer mit der Obduktion einer Wasserleiche beauftragt. Michael Tsokos ließ es sich bei der Veranstaltung nicht nehmen, von der Herangehensweise einer solchen Obduktion zu berichten. Mit einer kleinen Präsentation mit Fotos und Anschauungsbildern schilderte der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Charité in Berlin eindrucksvoll, worauf man bei Wasserleichen achten muss und was man erkennen kann. Merkwürdigerweise ertrinken in Deutschland in Bayern laut Statistiken die meisten Menschen, aber auch in Berlin und Brandenburg mit den vielen Gewässern und Seen kommt es immer wieder zu Unfällen, erzählt Tsokos. Gerade unter Jugendlichen sind Mutproben oft unter dem Einfluss von Alkohohl sehr gefährlich. Dennoch heißt es oft herausfinden zu müssen, ob es sich bei den Fällen um einen Suizid, einen Unfall oder doch eine ungeklärte Todesursache handelt. Spannend. Nicht nur beim Lesen im Buch, sondern auch beim Zuhören im Saal. Aber alles auf Anfang. Wie fanden die beiden überhaupt zu einander? Eigentlich wollte Florian Schwiecker einmal für ein eigenes Projekt Michael Tsokos interviewen. Schnell stellte sich heraus, dass beide nicht nur in Kiel geboren sind, sondern das sie weitaus mehr Gemeinsamkeiten verbindet. Eine - wie oben beschrieben - ist es den Justiz-Krimi wieder aufleben zu lassen und die so oft falschen Darstellungen in einem TATORT oder in Texten genauer zu schildern. In einem TATORT werden oft die Angehörigen in die Rechtsmedizin zur Identifizierung von Toten gebeten. Doch oft sind gerade Wasserleichen aufgrund der äußeren Einflüsse bis zur Unkenntlichkeit entstellt und es müssen andere Merkmale zu Erkennung herangezogen werden wie Operationsnarben, die Zahnstellung oder eine markante Tätowierung.


Bild: © Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG


Auch Florian Schwiecker erzählte von seiner Arbeit und wie er überhaupt die Fachrichtung während seines Jurastudiums einschlug. Er habe schon immer Krimis gelesen und geliebt, erzählt er. Zudem müsse man in den Bereichen Zivil- und Privatrecht viele Schriftstücke aufsetzen, was er hasst, wobei im Strafrecht das Meiste direkt im Gerichtssaal stattfinden würde. Komisch, dass gerade ihm das Verfassen von langen Texten zuwider war, er nun aber schon mehrere Bücher herausgebracht hat. Beide erzählten wie sie zum Plot des zweiten Bandes kamen. Eines Tages las Florian Schwiecker einen unglaublichen Bericht in einer Zeitung, in dem vom Sexualwissenschaftler Helmut Kentler berichtet wurde, der Kriminellen Straßenkinder zur Pflege gab. Fast 30 Jahre lang, noch bis zum Jahre 2003, wurden hilfebedürftige Kinder im Kentler-Experiment in die Hände von pädophilen Männern gegeben. Angeblich wurden beiden Seiten geholfen. Die Kinder waren von der Straße, die Männer nicht mehr auffällig. Was in den eigenen vier Wänden dann geschah, interessierte die Berliner Jugendämter wohl nicht mehr. Das Unglaubliche ist, dass Kentler nie der Prozess gemacht wurde, gegen ihn wurde nie ein Verfahren eröffnet. Unfassbar auf welchem Stand in den 1970er Jahren gearbeitet wurde und scheinbar nie jemand diese Methoden hinterfragte. Ein Zustand, den die beiden Autoren nicht hinnehmen wollten und mit ihrem Buch nun versuchen mehr Aufmerksamkeit auf dieses dunkle Kapitel zu lenken und vielleicht können die mittlerweile Erwachsenen Menschen doch noch irgendwie entschädigt werden oder zumindest wenigstens erhört werden. Das Kentler-Experiment haben sie für das Buch in Granther-Experiment umbenannt. Bleiben tut aber das Abscheuliche dahinter. Zur Handlung: Rocco Eberhardt kann kaum glauben, was den unscheinbaren Timo Krampe in seine Anwaltskanzlei führt. Timo wollte mit seinem Freund Jörg Grünwald einen Skandal von enormer Sprengkraft aufdecken: Noch bis 2003 hatten Berliner Jugendämter im Rahmen des Granther-Experiments Pflegekinder bewusst an pädophile Männer vermittelt – auch Timo und Jörg. Doch jetzt ist Jörg spurlos verschwunden, und Timo traut der Polizei nicht über den Weg. Immerhin sitzen die Verantwortlichen für das Granther-Experiment längst an den Schalthebeln der Macht. Kurz darauf wird Rechtsmediziner Justus Jarmer mit der Obduktion einer Wasserleiche beauftragt. Der Tote ist Jörg Grünwald … Eine Kritik zum Buch folgt.

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