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CONAN kehrt zurück – hat Hollywood noch neue Helden?

  • Autorenbild: Haiko
    Haiko
  • vor 59 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Arnold Schwarzenegger denkt laut über eine Rückkehr als CONAN nach. Vier Jahrzehnte nach den ersten Filmen könnte ein gealterter Barbar noch einmal auf die Leinwand zurückkehren. Doch hinter der Idee steckt eine größere Frage: Lebt Hollywood von neuen Figuren – oder immer wieder von alten Legenden?


Arnold Schwarzenegger im schwarzen Smoking bei einer Filmpremiere – möglicher Rückkehrer als Conan.

Arnold Schwarzenegger hat zuletzt erneut erklärt, dass er sich eine Rückkehr als Conan vorstellen kann. Das Projekt kursiert seit Jahren unter dem Arbeitstitel KING CONAN und würde eine deutlich gealterte Version der Figur zeigen – einen König, der auf sein Leben zurückblickt und möglicherweise noch einmal in ein letztes Abenteuer gezogen wird.


Die Idee ist nicht neu. Hollywood versucht seit Jahren, einen dritten Conan-Film zu entwickeln, der an CONAN DER ZERSTÖRER (1984) anschließt. Zwischenzeitlich gab es sogar einen Reboot: CONAN (2011) vom deutschen Regisseur Marcus Nispel mit Jason Momoa in der Hauptrolle. Der Film blieb jedoch weit hinter den Erwartungen zurück und spielte weltweit nur rund 63 Millionen Dollar ein – bei einem Produktionsbudget von etwa 90 Millionen Dollar.


Legacy-Sequels als Erfolgsmodell


Der aktuelle Ansatz für KING CONAN wäre deshalb ein anderer. Statt eines Neustarts würde Hollywood auf das setzen, was derzeit besonders gut funktioniert: sogenannte Legacy-Sequels – Filme, die Jahrzehnte später an bekannte Figuren anknüpfen.


Ein prominentes Beispiel ist HALLOWEEN (2018). Jamie Lee Curtis kehrte damals im Alter von 59 Jahren als Laurie Strode zurück, vierzig Jahre nach dem Originalfilm von 1978. Das Ergebnis war ein massiver Erfolg: rund 255 Millionen Dollar weltweit bei einem Budget von etwa 10 Millionen Dollar.


Auch die SCREAM-Reihe liefert aktuell den Beweis dafür. Der neue SCREAM (2026) legte mit rund 64 Millionen Dollar am US-Startwochenende den stärksten Start der gesamten Franchise-Geschichte hin. Der Film liegt derzeit weltweit bei rund 150 Millionen Dollar Einspielergebnis.


Dass dieses Modell funktioniert, zeigt auch ein Blick auf andere Beispiele. TOP GUN: MAVERICK (2022) brachte Tom Cruise mehr als drei Jahrzehnte nach dem Original zurück ins Cockpit und spielte weltweit über 1,4 Milliarden Dollar ein – der mit Abstand erfolgreichste Film seiner Karriere. Selbst deutlich skeptischer betrachtete Projekte wie INDIANA JONES UND DAS RAD DES SCHICKSALS (2023) setzten auf denselben Mechanismus: Harrison Ford war bei der Premiere bereits 80 Jahre alt, doch die Marke Indiana Jones blieb für das Studio weiterhin ein zentraler Kinofaktor. Diese Rückkehr alter Filmfiguren ist längst kein Einzelfall mehr, sondern eine erkennbare Strategie der Studios.


Nostalgie als Geschäftsmodell


Selbst Parodien setzen inzwischen wieder auf Nostalgie. Die Reihe SCARY MOVIE, die Anfang der 2000er von den Wayans-Brüdern geprägt wurde, soll ebenfalls zurückkehren. Hinter dem Projekt stehen erneut Marlon Wayans (53) und Shawn Wayans (55), während ihr Bruder Keenen Ivory Wayans (67) als kreativer Kopf der ursprünglichen Filme gilt. In Deutschland soll der neue Film nach aktuellem Stand am 04. April 2026 in die Kinos kommen.


Arnold Schwarzenegger selbst gehört längst zu den reichsten Schauspielern der Welt. Sein Vermögen wird auf rund eine Milliarde US-Dollar geschätzt, womit er zu einer kleinen Gruppe von Schauspieler-Milliardären zählt. Zu dieser Riege gehören etwa Jerry Seinfeld, der mit den sogenannten Syndication-Rechten seiner Sitcom – also den weltweit immer wieder verkauften Wiederholungsrechten – ein enormes Vermögen aufbaute, oder Dwayne Johnson, der seine Filmgagen mit einer erfolgreichen Marken- und Unternehmensstrategie kombinierte.


Schwarzenegger verdiente sein Vermögen allerdings nicht nur im Kino. Zwar gehörte er in den 1990er-Jahren mit Gagen von teils über 20 Millionen Dollar pro Film zu den bestbezahlten Stars Hollywoods. Den größten Teil seines Reichtums erwirtschaftete er jedoch mit Immobilieninvestitionen und Unternehmensbeteiligungen, lange bevor seine Schauspielkarriere ihren Höhepunkt erreichte.


Alte Helden, neue Fragen


All das zeigt: Hollywood greift immer wieder auf seine Vergangenheit zurück. Bekannte Figuren bringen Aufmerksamkeit, Wiedererkennungswert und ein Publikum, das emotional bereits investiert ist.


Doch Nostalgie ist ein begrenztes Gut.


Je öfter alte Helden zurückkehren, desto deutlicher stellt sich die Frage, ob Hollywood noch genügend Energie in neue Figuren steckt – oder ob das Kino langsam zu einem Museum seiner eigenen Geschichte wird.


Gleichzeitig zeigen die aktuellen Kinocharts, dass das Publikum offenbar offener für neue Stoffe ist, als es viele Studio-Strategien vermuten lassen. Auch Filme ohne großes Franchise im Rücken schaffen es immer wieder an die Spitze.


Vielleicht liegt genau hier der Widerspruch der Branche: Während Zuschauer offenbar offen für neue Geschichten sind, setzt Hollywood weiterhin auf vertraute, mitunter schon etwas eingestaubte Figuren.


Vielleicht ist das eigentliche Problem nicht, dass Conan zurückkommt – sondern dass kein neuer Held seinen Platz einnimmt.


Foto: © Michael Baker / ©A.M.P.A.S.

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