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  • AutorenbildHaiko

Brad Pitt reist zu den Sternen - AD ASTRA


Inhalt:

Astronaut Roy McBride (Brad Pitt) reist an den äußersten Rand des Sonnensystems, um seinen vermissten Vater zu finden und mysteriöse Vorgänge aufzudecken, die das Überleben auf unserem Planeten bedrohen. Auf seiner Reise enthüllt er Geheimnisse, die die menschliche Existenz und unseren Platz im Universum in Frage stellen.


Kritik:

"Der Weltraum. Unendliche Weiten." So tönte es im Intro der TV-Serie "Raumschiff Enterprise", das unterwegs war um neue Welten, neues Leben, neue Zivilisationen zu erforschen. Nicht nur berühmte Kosmologen und Astronomen wie Johannes Kepler oder Galileo Galilei waren begeistert vom Kosmos. Die Gesamtheit von Raum, Zeit, und aller Materie und Energie darin ist so abstrakt, dass die Dimensionen nicht fassbar sind, geradezu prädestiniert für Filmschaffende und deren facettenreichen Ideen. Hollywood zieht es immer wieder in den Weltraum, sei es in Danny Boyles "Sunshine“, Christopher Nolans "Interstellar" oder "Der Marsianer - Rettet Mark Watney" mit Matt Damon. Nun macht sich also Brad Pitt in AD ASTRA - ZU DEN STERNEN auf dem Weg in den Weltraum, ab diesem Donnerstag im Kino.





Was interessiert uns am Weltraum am meisbten? Die Unfassbarkeit? Das Außergewöhnliche? Die Unerreichbarkeit oder gar das Ungewisse? Und genau das - das Ungewisse - steht im Zentrum von "Ad Astra - Zu den Sternen". "Per aspera ad astra", lateinisch für "Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen". Unsere gegenwärtige filmische Mission wird uns also Richtung Neptun bringen.




Astronaut Major Roy McBride, gespielt von Brad Pitt, führt ein Team an, dass die größte je von Menschen gebaute Antenne errichtet, entwickelt um fortgeschrittenes, außerirdisches Leben zu lokalisieren, als ein plötzlicher Stromstoß ihn fast das Leben kostet. Und dieser Vorfall ist lediglich der jüngste in einer langen Reihe von katastrophalen Ereignissen auf der Erde, 16 Jahre nach dem Start des Lima-Projektes. Allgegenwärtig präsent hinter diesem Projekt war wieder: das Ungewisse. Man wollte das mit Instrumenten nicht erreichbare Universum in die Hände bekommen und nach allen Arten von Planten und natürlich auch Leben suchen. Commander hier war Ross Vater, der legendäre Astronaut H. Clifford McBride, gespielt von Tommy Lee Jones. und obwohl Roy seinen Vater seit 16 Jahren nicht mehr gesehen hat, hat er ihn immer abgöttisch geliebt und verehrt, seine unglaubliche Risikobereitschaft und seinen festen Glauben geerbt.


Das zentrale Zwischenmenschliche in "Ad Astra - Zu den Sternen" ist also das Verhältnis zwischen Roy und Clifford, deren Vater-Sohn-Beziehung. Roy war erst 16 als sein Vater verschwand. Das gleichzeitige Heroisieren des Vaters und die Abwesenheit des entfernten Elternteils und Ehemanns für seine Mutter, die Vernachlässigung trug dazu bei, dass Roy sich von Beziehungen abschottet und positive wie negative Gefühle unterdrückt.




Zu Beginn des Films sind in schwindelerregender Höhe die Effekte und die errichtete Antenne beeindruckend überzeugend dargestellt. Roy McBride wird bei dem Zwischenfall von der Antenne geschleudert und wir folgen ihm auf dem trudelnden Sturz, sein Puls erhöht sich kaum und er ist jederzeit Herr der Situation. Dieser Fakt, stets alles unter Kontrolle zu haben und auch der Punkt, Sohn des legendären Commanders zu sein, bringen Regierungsbeamte der Vereinigten Statten auf die Idee, dass Roy mit seinem längst verstorben geglaubten Vater kommunizieren soll. Man glaubt, dass Clifford McBride im Verborgenen lebt, Schreckliches tut und potentielle Terrorakte in den Ringen von Neptun ausübt, die verantwortlich für die Ereignisse auf der Erde sein sollen. Roy soll mit der Nachricht seinen Dad aus der Stille locken.




Absurd, unsinnig und abwegig liest sich die Story von "Ad Astra - Zu den Sternen", doch gerade der Vision von Regisseur James Gray, viel Liebe in die Details zu stecken, ist es zu verdanken, dass der Film funktioniert. Um seinen Funkspruch über eine gesicherte Laserverbindung abgeben zu können, muss Roy zunächst per kommerziellen Flug zum Mond reisen und diese Reise bringt die Handlung nicht wirklich voran und ist ereignislos, wird aber lange ausgekostet, weil der Zuschauer die Normalität einer solchen Reise zu spüren bekommt und man in die Story gesogen wird. Man spürt die Reise zum Mond könnte wirklich tagtäglich real sein… und teuer, kosten doch Roy Decke und ein Kopfkissen auf diesem Flug 150 US-Dollar. Der Mond ist zu einem hochentwickelten Außenposten der Erde geworden und wird von Menschen aus verschiedenen Ländern kolonisiert, die wie auf der Erde über Ressourcen streiten. Ein Wilder Westen auf dem Mond und kaum angekommen, wird Roy und seine Crew auch auch schon von Plünderern und Gesetzlosen angegriffen.





Seine Reise wird zu einer entfernten Basis fortgesetzt, um dort den Cepheus zu treffen, der ihn zum Mars bringt, von dem aus er den Funkspruch absetzen kann. Ziemlich weit dringen wir in den Weltraum ein. Alles wirkt aber gerade durch die schönen Details und wunderbaren Aufnahmen von Kameramann Hoyte Van Hoytema, der schon bereits Christopher Nolans Sci-Fi-Drama "Interstellar" bebilderte, aber auch "Dunkirk" oder "James Bond 007: Spectre" zu seiner Filmografie zählen kann, realistisch und ist schön anzusehen. Ob Roy den Funkspruch absetzen kann, ob sein Vater noch lebt, wird natürlich nicht verraten.




Fazit:


In "Ad Astra - Zu den Sternen" passiert außer in einigen Szenen storytechnisch nicht viel, was nicht weiter schlimm ist, denn die beklemmende Ruhe wird dadurch nur weiterhin unterstützt und man dringt tiefer in die Figuren. Allen voran trägt ein ausgezeichneter Brad Pitt den Film, dem sogar eine Off-Stimme zur Seite gestellt wird, um noch eindringlicher auf das Publikum einwirken zu können. Den passenden Sound bekommt der Film vom deutschen Max Richter, der schon an "Shutter Island" und "Waltz with Bashir" arbeitete. Die 123 Minuten vergehen wie im Fluge und wirken nie zäh. Einigen könnte die Ruhe stören oder gar als langweilig erscheinen, aber sind das nicht gerade unsere Gefühle, wenn wir uns in Gedanken im Weltraum befinden … Ruhe, Stille, Einsamkeit. Also alles richtig gemacht.




 


 

Bilder und Trailer: © 20th Century Fox

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