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  • AutorenbildHaiko

Eine Legende wird 90 - Sir Sean Connery


Etwas Persönliches. Nun fällt es einem vielleicht nicht schwer bei Sean Connery, nein Sir Sean Connery muss es heißen, von einer Legende zu sprechen. Für viele hat er mit seiner Darstellung des Doppelnullagenten die Grundlage für die wahrscheinlich langlebigste Filmreihe gelegt, für mich persönlich ist er aber - um das mit den Worten von Barney Stinson auszudrücken, als Person „legendär“. Nun soll das hier keine Liebeserklärung werden, vielmehr eine Ehrerbietung.

Ich schreibe in meinem persönlichen Logbuch das Kalenderjahr 1996 und mein Filmjahr 0. Im damaligen - für mich noch alten - Berliner Zoo Palast, noch vor dem Umbau und der Wiedereröffnung, kaufte ich mir eine Kinokarte für einen Film, für den im Rundfunk und Fernsehen Werbung lief ... mit dem Slogan: ‚Get ready to Rock‘. THE ROCK ... - FELS DER ENTSCHEIDUNG so der deutsche Untertitel - wurde nicht nur mein erster Sean Connery Film auf der großen Leinwand sondern vielmehr heroisch klingend auch mein Fels der Entscheidung. Sicher ist es kein künstlerisches Machwerk wie die Vielzahl von anderen Titeln, die Euch besser erscheinen mögen oder von namhafteren Regisseuren gedreht wurden, für mich stimmte jedoch das Gesamtbild, die Mischung aus einer Riege von einzigartigen Schauspielern, ein tolles Setting und der Handlung, in der der Bösewicht nicht wirklich böse ist und sich gegen Ungerechtigkeit auflehnt und für eine ihm wichtige Sache einsteht. Das Faß zum Überlaufen - im positiven Sinne - brachte dann die Filmmusik der drei Komponisten Nick Glennie-Smith, Harry Gregson-Williams und ... Hans Zimmer! Ich war von der Filmmusik so begeistert, dass ich gleich ins nächste WOM (wer es nicht mehr kennt: World Of Music) stiefelte und mir die Soundtrack-CD erwarb. Meine Begeisterung für den „Film“ wurde geboren, ich wurde Riesenfan von Connery und Hans Zimmer, zählte ab sofort wie oft ich THE ROCK sah und bin mittlerweile beim 24. Strich angekommen. Das Interesse zum Kino war durch mütterlicherseits schon da, die schon seit Jahrzehnten ein Büchlein mit ihren Kinobesuchen führt, die Leidenschaft wurde entfacht. Auf Filmbörsen wurde von THE ROCK gesammelt und gekauft, was der Händler hergab. Vom T-Shirt und Poster, kam ich in Berührung mit dem ersten Pressematerial wie dem Aushangfoto-Satz fürs Kino, dem Presseheft und - ja damals noch - den Presse-Dias zur Verbreitung von Filmfotos bis hin zum Werberatschlag. Der Sammler wurde in mir geboren und ich beschäftigte mich weiter mit dem Thema Film und vor allem mit diesem Schauspieler: Sean Connery. Wer die Zeit weiter einordnen möchte, ich setzte damals in diesem Moment auf die Laserdisc, angehaucht von Vattern und der Begeisterung des älteren Bruders für die Schallplatte. Welch ein Fehler, aus heutiger Sicht. Nebenbei schnappte ich mir die Domain www.SeanConnery.de und schuf meinem absoluten Lieblingsschauspieler einen Auftritt im Internet, damals noch mit knatterndem Ton, als man das Modem für eine Stunde anmachen durfte. Erste journalistische Schritte machte ich mit der Seite sowie mit kleinen Filmkritiken für das Gemeindeblatt meiner Kirche. Es folgte das Cinema-Abo, das gemeinsame Lesen in ihr und das Austauschen von Filmvorschlägen mit Freunden in der Oberschule und schließlich der Zusammenschluss von Freunden, welcher dann die Internetseite Moviereporter hervorbrachte, die mich jahrelang beschäftigte.

In der Zwischenzeit drehte Sean nur noch die Verfilmung einer meiner Lieblings-TV-Serie - MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE. Dann LEBEN UND LIEBEN IN L.A. und den Meisterdieb-Action-Krimi VERLOCKENDE FALLE. 2000 folgte dann FORRESTER - GEFUNDEN!, der auf der Berlinale lief. Ein gefundenes Fressen für mich. Ich wurde von der Deutschen Welle gefragt, ob ich bereitstünde für einen kleinen Beitrag, sie wären über meine Seite auf mich aufmerksam geworden und suchten einen Fan, über den sie berichten könnten. Sie hätten noch eine Eintrittskarte für die Galavorstellung im Berlinale Palast und Connery sollte auch anwesend sein. What? Sean Connery live sehen... da ließ ich mich nicht zwei Mal fragen. Mit schlanken und naiven 18 gab ich Zuhause bei den Eltern mit ausgebreiteten Postern auf dem Boden ein Interview, warum denn nun Sean Connery und kein anderer. Das Interview gibt es noch auf VHS, gut behütet, verstaut und vor allem versteckt im Andenkenschrank. Nun denn, ich wartete mit meinem persönlichen Kamerateam am Roten Teppich, die Limousine hielt, Sean stieg aus, gab fleißig Interviews, aber mein Bild und die Bitte um ein Autogramm ignorierte er bei dieser Begegnung noch. Das Autogramm sollte erst Jahre später klappen. Aber Connery in echt zu sehen, auf dem Teppich, auf der Bühne, zwischendurch auf der Leinwand war einfach überwältigend.

Über seine schauspielerischen Fähigkeiten wurde schon oft geschrieben. Vielleicht kam der Oscar für THE UNTOUCHABLES - DIE UNBESSTECHLICHEN etwas spät und die Kategorie ‚Best Actor in a Supporting Role‘ wird ihm vielleicht nicht gerecht. Der perfekte Gentleman war er wohl nicht. In einem Playboy-Interview gab er an, als Ehemann vielleicht das Recht zu haben, die Hand gegenüber seiner Frau erheben zu dürfen. Dies gab er allerdings schon in den 1960er Jahren an, was es nicht besser macht. Im Jahre 2006 distanzierte er sich dann vehement von der eigenen Aussage und er muss wohl vieles richtig gemacht haben, sonst wäre er nicht mit seiner 91-jährigen Frau Micheline Roquebrune seit 45 Jahren verheiratet. Aber gerade diese Ecken und Kanten machten ihn zum Charakterkopf und bescherten ihn Engagements wie in Hitchocks MARNIE. Er spielte Polizisten, Diebe, Könige, lieh einem Drachen seine Stimme. So vielseitig seine Rollen waren, so klanglos verabschiedete er sich leider mit dem weniger guten DIE LIGA DER AUSSERGEWÖHNLICHEN GENTLEMEN von der großen Leinwand. Immerhin klappte bei dieser Premiere im Berliner Kosmos UFA Palast mein Autogrammwunsch. Mittlerweile gibt es das Kino nicht mehr und Connery wird 90. Mich hat er bei meiner Leidenschaft Film immer begleitet und wird es auch weiterhin tun.

Ich sage: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, viel Gesundheit und alles Gute, Sean ... und dann noch ein persönliches „Danke“.

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