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  • AutorenbildHaiko

Der Auftakt für Daniel Craig als 007



James Bond (Daniel Craig) enttarnt den MI6-Sektionschef Dryden (Malcolm Sinclair) als Doppelagenten und nachdem er dessen Kontaktmann in Lahore ausgeschaltet hat, wird auch die zweite Schwachstelle eliminiert. Durch die beiden Morde erhält James Bond den Doppelnull-Status und somit die Lizenz zum Töten. In Uganda lernt Steven Obanno (Isaach De Bankolé), Anführer einer Widerstandsarmee, den international agierenden Bankier Le Chiffre (Mads Mikkelsen) kennen. Le Chiffre bietet ihm an, sein Geld zu waschen. Er erhält: drei große Metallkoffer voll Geld. Auf Madagaskar will 007 gemeinsam mit einem Rekruten den vermeintlichen Bombenleger Mollaka (Sébastian Foucan) stellen. Mollaka bemerkt jedoch seine Verfolger und flüchtet. Nach einer wilden Verfolgungsjagd zu Fuß wird Mollaka daraufhin in der ausländischen Botschaft von Nambutu getötet. Die Überwachungskameras haben alles aufgezeichnet, die Zeitungen verbreiten die Bilder und klagen Bond an, rücksichtslos einen Unschuldigen erschossen zu haben. Das britische Parlament erinnert nachdrücklich M (Judi Dench) daran, dass sich alle Agenten an das Protokoll zu halten haben, was diese auch gleich an Bond weiterleitet.

Bilder: © Universal Pictures International

Bond bricht in Ms Appartement ein, verschafft sich Zugang zu ihrem Laptop und reist ohne Auftrag auf die Bahamas. Dort begegnet er zum ersten Mal Solange (Caterina Murino), die Freundin des Gangsters Alex Dimitrios (Simon Abkarian), der eine Verbindung zu Le Chiffre unterhält. Beim Kartenspiel besiegt Bond Dimitrios und gewinnt dessen Aston Martin DB5 und gleichzeitig auch die Gunst seiner Freundin. Dimitrios reist nach Miami, wo der größte Jumbojet der Welt der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Bond folgt ihm und verhindert einen Terroranschlag, worauf dessen Le Chiffre ein Vermögen an der Börse verliert. Kurze Zeit später sind Dimitrios und Solange tot. Le Chiffre befindet sich in Geldnöten, da das verlorene Geld der Widerstandsbewegung von Obanno gehörte. Um den Verlust auszugleichen, veranstaltet er ein Pokerspiel im Casino Royale von Montenegro. Einstiegssumme: 10 Millionen Dollar. Bond erhält den Auftrag: Le Chiffre zu besiegen, ihn völlig zahlungsunfähig zu machen, damit er der Rache der Widerstandskämpfer zum Opfer fällt. Ihm zur Seite steht der in Montenegro stationierte MI6-Agent Mathis (Giancarlo Giannini). Das nötige Geld erhält Bond unter Aufsicht der für das britische Schatzamt agierenden Vesper Lynd (Eva Green). Das anfängliche Eis, das zwischen Bond und Vesper herrscht, bricht mit der Zeit. Bond verliebt sich in Vesper. Die ersten Pokerpartien gehen an Le Chiffre, Bond verliert Millionen und wäre das nicht schon entmutigend genug, wird im nächsten Moment auch noch Vesper entführt, Bond enttarnt und gefoltert…


Kritik:

Die bekannten James Bondfilme kündigten im Abspann stets richtig an: JAMES BOND WILL RETURN. Nach den gewaltigen Erfolgen der Pierce Brosnan - Bonds war nicht allen Bondfans gleichermaßen klar, daß die Ära Brosnan auch einmal ein Ende haben könnte. Doch nach dem zu überdrehten und authentizitätsfremden JAMES BOND 007 - STIRB AN EINEM ANDEREN TAG, indem gerade der unsichtbare Aston Martin Vanquish V12 zu weit hergeholt war, musste die erfolgreichste Filmserie aller Zeiten wieder auf den Boden der Tatsachen geholt werden. Dazu sollten eine Neubesetzung in der Titelrolle und eine Rückkehr zu den Essenzen der Originalromane von Ian Fleming von Nöten sein. Nach vier langen Jahren hat das Warten nun endlich ein Ende. Zum ersten Mal schlüpft der Brite Daniel Craig in die Rolle des 007 und zwar in dem zweiten Versuch der Verfilmung des allerersten Bond-Romans: CASINO ROYALE. Die Anfangssequenz ist ungewohnt, jedoch stilvoll in schwarz/weiß gehalten. Der Zuschauer wird zu den Anfängen von Bonds Karriere zurückkatapultiert. Ähnlich wie in Christopher Nolans BATMAN BEGINS erzählt JAMES BOND 007 - CASINO ROYALE die Vorgeschichte der Titelfigur. Bond ist noch ein Draufgänger, ein Einzelkämpfer, er besitzt noch nicht einmal die Lizenz zum Töten. Diese muss er sich erst durch zwei Auftragsmorde erarbeiten. Die schon zum Klassiker gewordene Gunbarrel-Sequenz zu Beginn des Films erscheint in aufgepeppter Version. Sie resultiert aus einem harten Faustkampf zwischen Bond und einem Kontaktmann in Lahore. Sofort nimmt der Bondfan wahr, hier stimmt etwas nicht und weiß bereits jetzt, dieser Bond wird viele in der Laufe der Bondjahre aufgestellte Regeln brechen. Die schroff harte Grundnote wird noch vor der Titelsequenz spürbar und läutet eine neue Bondära ein.


Die Titelsequenz ertönt mit der musikalischen Untermalung des ehemaligen Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter der Band Soundgarden, Chris Cornell. Der Song heißt "You Know My Name", doch nach dem gut inszenierten Einstieg in das erste Daniel Craig-Abenteuer als James Bond, ist man sich mit der Aussage des Songtitels nicht mehr so sicher. Man kennt zwar den Namen, aber Bond kommt einem fremd vor. Und Craig? Wie macht sich Craig? Durch sein Fitnessprogramm im Vorfeld der Produktion konnte Craig viele Muskeln zulegen. Zudem verbindet er mit seiner Bondinterpretation Härte mit Charme und besitzt gleichzeitig einen besonderen Sinn für Humor, nicht diesen oft ausgeflippten urkomischen Wortwitz von Roger Moore, aber auch nicht die coolen Sprüche von Gentleman-Bond Brosnan. Vielmehr kommt er in mancher Situation selbstironisch, wie er seinen Vodka Martini bekommt, ist ihm völlig egal. Im Verlauf des Films lernt der Zuschauer die emotionale Bandbreite der Geschichte kennen und bekommt ein Gespür dafür, wie der Charakter 007 immer tiefgründiger wird und sich fortan weiterentwickelt. Man versteht nun viel besser, wie und vor allem warum Bond zu dem geworden ist, wie wir ihn alle kennen, warum er die Frauen so behandelt und wie es dazu kam, dass er schnelle Autos liebt. Alles in allem hält sich der Film sehr nahe am Buch. Die Folterszenen bringen nur deutlich zum Ausdruck, dass Bond auch Gefühle hat, verletzbar ist und bluten kann. Hatte er sonst stets eine Lösung für ein Problem oder einen Ausweg parat, so haben die Filmemacher ihm in CASINO ROYALE das As im Ärmel nicht gegönnt. Seine Lorbeeren und den Erfolg des Auftrages muss er sich härter denn je erarbeiten, ja förmlich mit den Fäusten erkämpfen. Auf der anderen Seite steht diesmal kein größenwahnsinniger Bösewicht. Mads Mikkelsen alias Le Chiffre ist eiskalt, lebt in unserer Zeit und versucht wie jeder andere so viel Geld zu machen wie möglich und nicht die Welt an sich zu reißen. Er ist ein amoralisches kriminelles Genie. Auf Bonds Seite ist Vesper Lynd, gespielt von Eva Green. Vesper ist das erste Bondgirl, über die Ian Fleming schrieb. Sie ist sexy und zugleich kein klassisches Bondgirl. Sie weiß nicht so recht mit Schusswaffen umzugehen und beobachtet seinem gegenüber sehr genau. Sie ist die Erklärung für Bonds Verhalten gegenüber Frauen. M wurde zum fünften Mal hintereinander von Judi Dench gespielt, die zu einem wichtigen Bestandteil der Serie geworden ist. Man bekommt sogar einen Einblick in das Privatleben der eisernen Chefin des MI6. Auf ein Gimmicks-Briefing hat man diesmal ganz verzichtet. Aus 72 Millionen US-Dollar schuf Regisseur Martin Campbell, der zuvor schon mit JAMES BOND - GOLDENEYE Pierce Brosnan in sein erstes Doppel-Null-Agenten-Abenteuer schickte, 141 Minuten optisch schöne Bilder. Die Story, mit Twists bestückt, ist durchaus bekannt, doch der Film ist keine Minute zu lang. Es macht einfach Spaß zu zusehen, wie Daniel Craig als 007 agiert. Die musikalische Untermalung des Films lieferte in gewohnt guter Form wie immer David Arnold. Fazit: Harte Action eingebettet in einer spannenden Story. Daniel Craig hat zwar die Titelfigurenstartnummer 006, kommt aber der Romanvorlage 007 von Ian Fleming mehr als nur nahe. Bleibt abzuwarten, wie er seine zweite Mission meistert, doch feststeht, dass die Verstimmung der meisten Bondfans nach der Nominierung Craigs als James Bond nach diesem Kinobesuch verschwinden dürfte. Hut ab, Mission gelungen!

Trivia & Fun:

- Um sich für seine Rolle besser vorzubereiten, las Daniel Craig alle Ian Flemming - Romane und sprach mit ehemaligen Agenten vom Mossad und dem britischen Geheimdienst, die auch schon beim Film MÜNCHEN halfen

- An einem Drehtag wurden drei Aston Martin DB9 für je 300.000 US-Dollar zerstört

- Daniel Craig wurde als erster James Bond - Darsteller für einen BAFTA nominiert

- In einer Actionszene verlor Daniel Craig zwei seiner Vorderzähne. Sein Zahnarzt musste aus London einfliegen und sie ersetzen



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