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Komponist Monty Norman stirbt mit 94 Jahren

Monty Norman, der Komponist des legendären James Bond 007 - Themas, ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Auf seiner offiziellen Webseite heißt es in einer Erklärung:

Mit Trauer teilen wir die Nachricht, dass Monty Norman am 11. Juli 2022 nach kurzer Krankheit gestorben ist.

Norman komponierte die Musik zu JAMES BOND 007 - JAGT DR. NO mit Sean Connery in der Hauptrolle. Sein Thema für James Bond, wie es anschließend sein englischer Landsmann John Barry arrangierte, sollte zum Themas für das gesamte Franchise werden. Norman sagte einmal:

Wir hatten erkannt, dass wir einen frischen, zeitgemäßen Sound für das Hauptthema brauchten und in dem aufstrebenden, jungen John Barry hatten wir einen wunderbaren Arrangeur gefunden, also hat das Ganze sehr gut funktioniert.

Jahrzehnte später gab es einen Rechtsstreit, in dem Barry die Urheberschaft des Themas für sich beanspruchte. 2001 entschied eine Jury am Londoner High Court zugunsten von Norman und sprach ihm 30.000 Pfund sowie die Gerichtskosten zu. Norman fühlte sich durch die Entscheidung bestätigt.

In seinen Anfängen war Norman ein Big-Band-Sänger, der Ende der 1950er Jahre zum Songwriter wurde. Er feierte mit Musicals einige Erfolge und einer der Produzenten seines Musicals "Belle" rief ihn Anfang der 1960er Jahre an und bat ihn nach Jamaica zu reisen. Der Anrufer war Albert R. Broccoli.

Bei den Dreharbeiten des ersten James Bond - Abenteuers vor Ort schuf er unter anderem den Titel "Under the Mango Tree", den Ursula Andress als Honey Ryder anstimmt, als sie aus dem Wasser steigt und zum ersten Mal auf Sean Connery alias James Bond trifft. Normans erste Frau, Diana Coupland, sang den Song für den Soundtrack ein. Sie starb bereits 2006. Das berühmte James Bond - Thema schuf Norman erst Monate später, als er in London an den dramatischen Klängen für den Film arbeitete.

Norman sagte später oft, dass er die Melodie eines unproduzierten Musicals für das Thema nahm. Das Lied "Bad Sign, Good Sign" enthielt Töne des Bond-Themas. Regisseur Terence Young und Cutter Peter Hunt forderten ein schlagkräftigeres und kommerziell tragfährigeres Thema. John Barry engagierte sich und fügte dem bisherigen Arrangement eine Gitarre hinzu und baute einen jazzigen Mittelteil ein. Sein Stück wurde nach dem Kinorelease eine Hit-Single in England. Folglich wurde Barry für die musikalische Untermalung der nächsten Bond-Abenteuer angeheuert. Norman wurde nicht mehr gefragt. 

Norman schriebt aber weiter an Filmmusiken, auch für andere Projekte von Bond-Co-Produzent Harry Saltzman. Seine Musik hörte man auch im britischen Fernsehen bei einigen Serien und weiterhin bei Musicals auf der Bühne. 1977 gewann Norman für das James Bond - Thema den renommierten Ivor Novello Preis. Ende der 1980er Jahre erhielt er die Gold Badge of Merit für seine Verdienste um die britische Musik. 

In den letzten Jahren trat er oft stolz im Fernsehen auf, um zu berichten, wie er zur musikalischen Identität von 007 beigetragen hatte. Zu Recht. 

Er hinterlässt seine zweite Frau, Rina Caesari, und eine Tochter.

Möge er in Frieden ruhen. Er war der erste Mann hinter der Bond-Musik und damit bleibt er unvergessen.


Bild: © Webseite: montynorman.com, 2022 EON Productions | Quelle: Variety

Daniel Craigs letzter Einsatz als 007 | Unsere Kritik zu JAMES BOND 007 - KEINE ZEIT ZU STERBEN | Filmtick.de

Eine Ära kann zu Ende gehen. Daniel Craigs letztes Abenteuer als Doppel-Null-Agent startet diesen Donnerstag im Kino. Der mittlerweile 25. James Bond - Film hatte mit zahlreichen Rückschlägen zu kämpfen. Vom Ausstieg eines Regisseur bis Startterminverschiebungen war alles dabei. Ob sich der Film dennoch lohnt, sage ich Euch in meiner Kritik zu:

JAMES BOND 007 - KEINE ZEIT ZU STERBEN - Kritik

Viel Spaß beim Lesen!

Zum Inhalt:
James Bond (Daniel Craig) hat seine Lizenz zum Töten im Auftrag des britischen Geheimdienstes abgegeben und genießt seinen Ruhestand in Jamaika. Die friedliche Zeit nimmt ein unerwartetes Ende, als sein alter CIA-Kollege Felix Leiter (Jeffrey Wright) auftaucht und ihn um Hilfe bittet. Ein bedeutender Wissenschaftler ist entführt worden und muss so schnell wie möglich gefunden werden. Was als simple Rettungsmission beginnt, erreicht bald einen bedrohlichen Wendepunkt, denn Bond kommt einem geheimnisvollen Gegenspieler auf die Spur, der im Besitz einer brandgefährlichen neuen Technologie ist.

Kritik:
Bond meldet sich zurück … und wie! Dies schon einmal vorweggenommen: Dieser Film gehört ins Kino, diese Bilder auf die große Leinwand, dieser Sound in den großen Kinosaal.

Kein Vorgänger des Agenten-Franchise hatte es auch schon ohne den Corona-Pandemie-Startverschiebungen so schwer wie das neue Abenteuer JAMES BOND 007 - KEINE ZEIT ZU STERBEN. Erst löste das Studio die Zusammenarbeit mit Regisseur Danny Boyle, weil es angeblich das Drehbuch seines Stammautors John Hodge nicht verwenden wollte. Dann wurde Boyle von BEASTS OF NO NATION - Regisseur Cary Joji Fukunaga ersetzt, der seinen Komponisten Dan Romer mit an Bord brachte, mit dem er zuvor schon einige Projekte realisierte. Als dieser schließlich das Projekt aufgrund kreativer Differenzen verließ, übernahm Hans Zimmer die musikalische Untermalung. Dann traten die verschiedensten Lockdowns in Kraft und der Start verschob sich immer wieder und die Wartezeit ließ die Erwartungen der Fans ins Unermessliche steigen. Nun ist es endlich soweit und Daniel Craigs letzter Einsatz als Doppel-Null-Agent startet diesen Donnerstag in den Kinos und bedient sich weitgehend der Formel des Franchise, die manchmal Segen und Fluch zugleich ist, aus unglaublichen Action-Sequenzen, traumhaften Drehorten, attraktiven Charakteren und einen entsetzlichen Bösewicht. Dabei gibt es genug Spielraum, um von den alten Konventionen abzuweichen.

Anders als bei seinen Vorgängern sind die Daniel Craig - Filme miteinander verknüpft. Craigs zweiter Aufritt in EIN QUANTUM TROST setzte direkt nach CASINO ROYALE ein, indem Bonds Anfänge als Agent erzählt wurden. SKYFALL enthüllte Geheimnisse aus Bonds Kindheit und KEINE ZEIT ZU STERBEN muss die Tragweite von SPECTRE fortsetzen, indem Madeleine Swann eine Schlüsselfigur spielte. Bond muss nach CASINO ROYALE, indem er sich in Vesper Lynd verliebte, einmal mehr mit menschlichen Gefühlen auseinandersetzen, denn die Liebesgeschichte zwischen ihm und Swann, die ihren Anfang zwischen dem Schnee der österreichischen Berge und der Hitze Nordafrikas fand, wird hier brisant weitererzählt. Es galt zudem offene Handlungsstränge auszuerzählen, die Bogen soweit zu spannen, dass alle Craig-Filme ineinander übergehen und ein Ende für Craig zu finden, bei dem er würdevoll abtreten kann.

Es geht natürlich weiterhin um Geheimnisse, um die Themen Verrat und Vertrauen. Bond hat sich Swann gegenüber geöffnet mit der Hoffnung, sie könne als Tochter eines Attentäters Verständnis für sein Leben aufbringen. Er hadert aber weiterhin mit dem Schmerz des Verlustes von Vesper. Zusätzlich setzt ihm die prekäre Beziehung zu M und dem MI6 zu. Er ist momentan außer Dienst. Die Bondmacher haben laut eigener Aussage sich dann etwas Furchterregendes überlegt und lassen Bond nun dagegen vorgehen. Bond hat es fortan nicht nur mit einer echten Bedrohung zu tun, sondern weiterhin mit menschlichen Zügen zu kämpfen. Er ist nicht der sagenhafte Held, seine Erfolge wurden immer wieder von gelegentlichem Scheitern überschattet. Bond ist fehlbar und gerade das macht ihn menschlicher als so manch anderen seiner Vorgänger. Bond lernt von Film zu Film dazu und wir sind Zeugen dieses Prozesses, was ihn vielschichtig und komplex erscheinen lässt. Und doch sehen wir, wie er durch den Verrat Vespers sich nur schwer auf andere Menschen einlassen kann. Wir begleiten ihn auf seiner Reise. Haben gesehen, wie er das Agentenhandwerk erlernte, um die Lizenz zum Töten zu bekommen. Haben gesehen, wie er sich in Vesper verliebte und mit ihm den Schmerz über den Verlust von Vesper und M mitgefühlt. Nun hat es Bond mit einem furchteinflößend maskierten Bösewicht zu tun, dessen Vergangenheit stark mit der von Swann verknüpft ist. Oscar-Preisträger Rami Malek spielt Lyutsifer Safin und muss - so viel darf dann doch verraten werden - leider unter seinen Möglichkeiten bleiben. Lediglich in einer Szene stellt er sein schauspielerisches Können unter Beweis. Was bedauerlich ist, aber den Filmfluss nicht beschädigt, ist er doch bestenfalls Mittel zum Zweck um die Zweierbeziehung der Hauptakteure voranzutreiben.

Zum Glück hat der Film genügend Asse im Ärmel, um Schwächen beim Bösewicht zu kompensieren. So gibt es ausreichend Anspielungen auf Bonds Filmgeschichte, Gelegenheiten für M und Q zusätzliche Ebenen zu erklimmen und Platz für einen lustigen Auftritt von Ana de Armas, die Bonds Kontaktperson in Kuba mimt, wo eine weitere exzellente Schießerei stattfindet.

Mit Craigs letztem Auftritt erschuf man nicht - wie schon von mir erwartet - sein bestes Bondabenteuer. KEINE ZEIT ZU STERBEN macht aber aufgrund der Beziehung, ja schon fast Abhängigkeit von Bond zu Swann, unglaublich viel Spaß. Da verzeiht man auch den etwas blass bleibenden Bösewicht. Es gibt tolle Bilder und vor allem lange Kameraeinstellungen von Kameramann Linus Sandgren, der für LA LA LAND den Oscar erhielt. Jede Menge Gehilfen auf Bonds Seite aus vergangenen Tagen und komplett neue tauchen auf. Hans Zimmer hat ein fantastisches Bondthema erschaffen, lässt mit seinem Score wieder an den richtigen Stellen Gänsehaut entstehen und huldigt die Arbeit von John Barry. Man sollte definitiv die Ereignisse aus SPECTRE zum besseren Verständnis noch im Kopf haben. Daniel Craig spielt seine Figur voller Wut, Liebe und doch bestückt mit Zweifeln treffend. Er ist jetzt zwar nicht direkt ein ausgedienter Commander, man sieht ihm aber die 15 Jahre an, die er dieser Figur mittlerweile nun schon gewidmet hat.

Fazit:
Der Film wirkt viel runder als EIN QUANTUM TROST, bleibt aber hinter Craigs besten Auftritten in CASINO ROYALE und SKYFALL. Neben CASINO ROYALE und IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT ist KEINE ZEIT ZU STERBEN bei weitem Bonds persönlichste Geschichte. Mit einer Spielzeit von fast drei Stunden kann der Film halten, was im Vorfeld versprochen wurde: dass die Daniel Craig - Ära einen epischen Abschluss finden wird. Möglicherweise aber hat die Verzögerung bei der Veröffentlichung das Wohlwollen beim Publikum gesteigert und man schaut über den einen oder anderen Makel bereitwillig hinweg. Wäre der Film zum angepeilten Termin gestartet, hätte er sich womöglich anders messen lassen müssen.




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Bild: © Universal Pictures International
Der Auftakt für Daniel Craig als 007 | Unsere Kritik zu JAMES BOND 007 - CASINO ROYALE | Filmtick.de

Das Warten hat bald ein Ende. Am 30.09.2021 startet nun endlich das nächste James Bond - Abenteuer - JAMES BOND 007 - KEINE ZEIT ZU STERBEN - in den deutschen Kinos. Um Euch die letzte Wartezeit noch weiter zu versüßen, hole ich einmal meine Kritik zum ersten Daniel Craig - Auftritt als Doppel-Null-Agent hervor: JAMES BOND 007 - CASINO ROYALE. Hier führte erneut Martin Campbell beim Auftakt eines neuen Bonddarstellers die Regie. Bereits 1995 schickte er Pierce Brosnan in JAMES BOND 007 - GOLDENEYE als Agent ihrer Majestät auf Reisen.

Viel Spaß beim Lesen.


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Bild: © Universal Pictures International
Droht JAMES BOND 007 - KEINE ZEIT ZU STERBEN die erneute Verschiebung?

Was einem nicht mehr schockieren dürfte, wäre die erneute Verschiebung des kommenden James Bondfilms KEINE ZEIT ZU STERBEN. Die Kollegen von Deadline wollen aus der Richtung MGM und Eon Productions gehört haben, dass der angepeilte Start zum Osterwochenende gecancelt und der Film zum Herbst verschoben werden soll, was nicht überraschend wäre, weil wir alle darauf warten, dass man die Pandemie unter Kontrolle bekommt. 

Als erste Seite berichtete die niederländische Website BN DeStem von der Verschiebung. Werbepartner von 007 sollen wohl auch schon darüber informiert worden sein, dass der Film erneut verschoben wird. 

Wir sind gespannt auf die kommenden Monate und Ihr? Glaubt Ihr, dass die Kinos in absehbarer Zukunft wieder öffnen dürfen?


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Bild: © 2020 DANJAQ, LLC AND MGM. ALL RIGHTS RESERVED. | Quelle: JoBlo
KEINE ZEIT ZU STERBEN wird in den April 2021 verschoben

Tschüss, James. Bis nächstes Jahr - Gerade wurde von MGM das offizielle Musikvideo von Billie Eilish veröffentlicht, die Gunbarrel-Musiksequenz aus der Feder vom deutschen Komponisten Hans Zimmer auf den meisten Audio-Streamingdiensten angeboten, der Score war bei Decca Records bereits vorbestellbar und nun doch: Auch die 007-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson ziehen die Notbremse und gaben eben bekannt, dass das 25. James Bond - Abenteuer KEINE ZEIT ZU STERBEN auf das nächste Jahr verschoben wird. Neuer Starttermin für das letzte Abenteuer mit Daniel Craig in der Rolle des Doppel-Null-Agenten wird für die USA für das Oster-Wochenende angegeben: 2. April 2021.

"Wir wissen, dass die Verschiebung enttäuschend für unsere Fans ist, aber wir freuen uns darauf, KEINE ZEIT ZU STERBEN im nächsten Jahr mit Euch zu teilen," gab das Studio in einer Mitteilung heraus.

Interessant dürfte auch sein, dass Universal ihr Zugpferd - FAST & FURIOUS 9 - ebenfalls auf dieses Wochenende gelegt hat. Für KEINE ZEIT ZU STERBEN rechnete das Studio mit einem Einspielergebnis von einer Milliarde US-Dollar. Wann die Kinos in New York wiedereröffnet werden sollen, ist weiterhin unklar. Die Kinos in Los Angeles sollten in einigen Wochen wieder geöffnet werden. Auch der Heimmarkt von 007 im England wird von einem möglichen neuen Lockdown wieder durchgeschüttelt. Alles schlechte Vorraussetzungen.

Hinzu kommt, dass Filmpartner wie Omega, Swatch, Heinken und Adidas bereits ihre Promotions zum zweiten Mal gestartet haben und diese nun erneut verschieben müssen.

Schade, schade, schade. Die Vorfreude war groß. Nun liegen alle Blockbuster-Hoffnungen des Jahres 2020 auf DUNE und WONDER WOMAN 1984. Die Frage ist doch, wie lange die Kinos diese Situation aushalten werden.

Was meint Ihr?

Bild: © 2020 Universal Pictures International